Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Peter Schulze* (Name von der Redaktion geändert) braucht eine neue Füllung für einen seiner Backenzähne. Er entscheidet sich gegen die Amalgamfüllung und für ein Inlay – eine Versorgung, bei der es sich nicht mehr um eine vom Gesetzgeber festgelegte Standardversorgung handelt. Die Gesamtkosten der Behandlung betragen etwa 500,- Euro, die Kasse zahlt davon lediglich den Zuschuss für die Amalgamfüllung von nur 30,- bis 45,- Euro. Den Rest zahlt Peter Schulze aus der eigenen Tasche.

Je nach Diagnose und der gewählten Versorgung variiert der Privatanteil für zahnmedizinische Leistungen beträchtlich. Bei vielen Behandlungen fällt er sehr hoch aus, wie beispielsweise bei der Versorgung mit Implantaten. Zuzahlungen können dann durchaus mehrere Tausend Euro betragen.

Private Zusatzversicherungen bieten verschiedene Möglichkeiten, sich für höherwertige zahnmedizinische Versorgung abzusichern. Immerhin sind mittlerweile geschätzte 13 Million Verträge im Umlauf. Doch lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung überhaupt? Worauf müssen Patienten bei der Auswahl achten?

Informieren und vergleichen
Für den Laien ist es schwierig, die Vertragswerke der einzelnen Versicherer zu vergleichen. Die Zeitung Finanztest untersuchte im Heft 5/2012 insgesamt 147 Angebote – und liefert dem Interessierten einen umfassenden und lohnenswerten Einblick in die Thematik. In die Bewertung gingen u. a. Aspekte wie der Monatsbeitrag, die Erstattung bei Regelversorgung und Privatversorgung, bei Inlays und Implantaten sowie die jährlichen Obergrenzen für Tarifleistungen ein. Zu Beginn sollte in zwei Richtungen überlegt werden:

  • Reicht zukünftig eine Versorgung nah am Kassenstandard aus? – In diesem Fall sollte man beitragsop- timiert denken und bei den Versicherern suchen, die besonders in der Bezuschussung der Regelversorgung gute Leistungen bieten.
  • Oder wird die Sicherung einer möglichst hochwertigen Versorgung gewünscht, z. B. über festsitzenden Zahnersatz mit Implantaten? – In diesem Fall achtet man besser genau auf das Erstattungsverhalten der Zahnzusatzversicherung bei Implantaten und im Privatbereich.

Nach diesen ersten Überlegungen lässt sich unter den vielen Anbietern leichter nach der passenden Zahnersatz-Versicherung suchen. Hier steht neben der Frage des monatlichen Beitrags ebenfalls der Aspekt der einzelnen Leistungen Zahnzusatz-Versicherung im Vordergrund, die der Vertrag einschließt. Gerade wenn eine Behandlung bereits in Planung ist, müssen zusätzlich die Vorversicherungszeiten im Vertrag geprüft werden. Das gilt auch für mögliche jährliche Obergrenzen für die Tarifleistungen.

Die gewissenhafte und am Bedarf orientierte Auswahl einer Zahnzusatzversicherung kann sich lohnen: So zahlt ein Versicherter mit einem monatlichen Beitrag von 25,- Euro in fünf Jahren 1.500,- Euro. Schon bei einem Zahnimplantat oder dem Austausch mehrerer alter Versorgungen mit Amalgam durch neuen hochwertigen Zahnersatz aus Vollkeramik hätte sich die Zahnzusatzversicherung gerechnet. Dass sich einiges tut auf dem Markt der Zahnzusatzversicherung belegt auch das Ergebnis in der Zeitschrift Finanztest: Dort wurden immerhin 33 von 147 Angeboten als sehr gut bewertet.

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