Ihre Frage, unsere Antwort

Versorgung im Notfall:

Was tue ich, wenn ich mir einen Zahn ausgeschlagen habe?

Ein ausgeschlagener Zahn ist nicht unbedingt für immer verloren. Wichtig ist, im Notfall so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufzusuchen. Bis dahin muß der Zahn sorgfältig aufbewahrt werden, am besten im Mund selbst. Hier ist nämlich sichergestellt, daß die Haltefasern überleben und die empfindliche Wurzelhaut nicht austrocknet – entscheidende Voraussetzungen, um den Zahn wieder einzupflanzen.

Doch gerade Kinder können das lose Zahnwerk leicht verschlucken. Hier sollten die Eltern ihren Rachen als Aufbewahrungsort zur Verfügung stellen. Wer das nicht mag, kann den Zahn alternativ in ganz normale H-Milch legen. Darin überleben die Haltefasern bis zu einigen Stunden.

Sehr bewährt hat sich auch die “Zahnbox”, die es bereits in Erste-Hilfe-Kästen von Schulen und Kindergärten gibt. Die Zahnbox gibt es auch in Apotheken zu kaufen. In ihr schwimmt der Zahn in einer Nährlösung und hat sehr gute Überlebenschancen. Auf keinen Fall sollte ein komplett ausgeschlagener Zahn sofort abgeschrieben werden, denn die wirklich aussichtslosen Fälle sind mittlerweile selten geworden.

Quelle: KZV Bayern

Zahnersatz:

Was passiert bei einer individuellen Farbnahme?

Zahnersatz, der zu Ihnen passt: Der natürliche Zahn ist vielschichtig aufgebaut. Er besteht nicht nur aus einer einzigen Farbe und weist außerdem Zonen mit unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit (Transparenz) auf. Daher genügt der Farbabgleich mit einem standardisierten Farbmusterzahn oft nicht. Erst durch die Farbnahme des Zahntechnikers, der ihre Zähne vorher selbst betrachtet und ana­lysiert, gelingt die Reproduktion Ihrer individuellen Zahnfarbe.

Die individuelle Farbnahme wird mit Mustern einzelner keramischer Massen durchgeführt. Der Zahntechniker erstellt sozusagen eine „Farblandkarte“ Ihres natürlichen Vorbildes. Digitale Fotografie und spektrometrische Geräte unterstützen den Techniker. Die individuelle Farbnahme findet in der Praxis oder im Dentallabor statt – je nachdem, wie das Team aus Zahnarzt und Zahntechniker zusam­menarbeitet.

Muss mein abnehmbarer Zahnersatz gereinigt und gepflegt werden?

Ein eindeutiges Ja! – Jede Zahnprothese kann durch Beläge unverträglich werden. So werden Schleimhaut und Restbezahnung beeinträchtigt. Zahnbelag bildet sich überall dort, wo Essensreste nicht entfernt werden. Zuerst bildet sich weicher Zahnbelag an den Prothesenoberflächen. Wird diese Plaque nicht entfernt, verhärtet sie sich zu einer festen Masse, dem Zahnstein. Mit einer normalen Zahnbürste ist dieser harte Zahnbelag nicht mehr zu entfernen. Die Folge: Feinmechanische Verbin­dungsvorrichtungen funktionieren nicht mehr richtig, der Prothesenhalt ist gefährdet.

Die richtige Reinigung zu Hause: Um Beschädigungen zu vermeiden, reinigen Sie die Prothese immer über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken oder über einem Handtuch. So fangen Sie die Prothese beim Herabfallen sicher ab. Eine Zahnbürste oder besser eine spezielle Prothesenreinigungs­bürste aus der Apotheke sind die richtigen Werkzeuge. Benutzen Sie nur schonende, nicht scheuern­de Reinigungszusätze. Beachten Sie die Gebrauchsanweisung von Prothesenreinigungsmittel aus dem Handel genau, damit die Oberflächengüte des Zahnersatzes nicht leidet.

Professionelle Reinigung: Viele Zahnarztpraxen und fast alle Dentallabore bieten einen Reinigungs­service für Ihre Dritten an. Im Dentallabor werden dazu Geräte eingesetzt, die sowohl mechanisch als auch mit speziellen Reinigungslösungen säubern. Abschließend wird der Zahnersatz von Hand poliert und überprüft. Langfristig steigert dies den Funktionserhalt Ihres Zahnersatzes.

Eigene Zähne und Mundraum reinigen: Die restlichen natürlichen Zähne reinigen Sie wie gewohnt. Auch bei vollständigem Zahnersatz ist Mundpflege angezeigt. Zunge, Schleimhaut und Kieferregionen bedürfen der Reinigung, wobei zugleich die Gewebe massiert werden, was zur Gesunderhaltung des Mundes beiträgt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.

Was tue ich, wenn meine Prothese zerbrochen ist?

Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Prothese selbst zu reparieren. Wenden Sie sich auf jeden Fall an Ihren Zahnarzt. Häufig ist eine Abformung des Kiefers notwendig. Dieser Abdruck dient als Ar­beitsgrundlage für die Reparatur. Dabei werden die Bruchflächen aufbereitet, d.h. angeschliffen, ange­raut und aktiviert. Die einzelnen Teile werden auf dem Modell positioniert, mit Basiskunststoff gefügt und ausgehärtet. Abschließend bearbeitet der Zahntechniker die Fügestelle und poliert das Werk­stück. Eine solche Reparatur dauert etwa einen Tag. Nach der Reparatur im Meisterlabor überprüft der Zahnarzt die Prothese und ihre einwandfreie Funktion.

Ursache klären: Bitte klären Sie die Ursache des Bruches mit Ihrem Zahnarzt. Eventuell ist eine Unter­fütterung der Prothese erforderlich, um weitere Brüche zu vermeiden.

Wann ist der Einsatz eines Implantats sinnvoll?

Vorteile von Implantaten: Ob nur ein Zahn fehlt oder man die gesamte Zahnreihe auffüllt und so eine Prothese umgeht – Implantate stellen eine sinnvolle Lösung dar. Sie machen das Beschleifen von Pfeilerzähnen überflüssig. Selbst vollständig zahnlose Kiefer können mit festsitzenden Brücken wie mit eigenen Zähnen versorgt werden. Mit geringerem Aufwand und wenigen Implantaten ist eine hervorra­gende Lagesicherung von totalen Prothesen möglich.

Auch der Erhalt der Knochenstruktur ist ein wich­tiger Aspekt: Gerade im Frontzahnbereich sollte die rote Ästhetik erhalten bleiben, damit nicht nur die Zähne, sondern auch das Zahnfleisch natürlich aussehen. Die höheren Kosten dieser hochwertigen Ver­sorgung relativieren sich durch den gewonnenen Komfort und das sichere Wohlgefühl – und das für viele Jahrzehnte.

Die Technik: Dort, wo das Implantat gesetzt werden soll, schneidet der Zahnarzt eine kleine Öffnung ins Zahnfleisch. Durch diese bohrt er in den Kieferknochen ein winziges Loch, in das exakt das Kern­stück des Implantats passt. Das ist ein kleiner, geschraubter Titanzylinder, auf den ein Provisorium ge­setzt wird. Dieser Eingriff dauert nur etwa eine halbe Stunde. Die Belastung für den Patienten ist nicht größer als wenn ein Zahn entfernt wird. Danach muss das Implantat in Ruhe einwachsen. Das kann vier Wochen bis vier Monate dauern. Nun entfernt der Arzt das Provisorium, setzt einen Aufbaupfosten auf die künstliche Wurzel und abschließend eine Krone.

In der Planung wird die optimale Stellung des Implantats mit Hilfe eines modernen dreidimensionalen Verfahrens (Computertomogramm) ermittelt. Vor allem ein ausreichendes Knochenangebot ist ent­scheidend. Das neue High-Tech-Planungsverfahren CeHa imPLANT® ermöglicht es, Implantate mit mi­nimalem Operationsaufwand zu setzen. Weitere Vorteile sind eine geringere Anzahl an Behandlungs­terminen sowie genau kalkulierbare Kosten.

Finanzierung:

Ist eine Zahnversicherung sinnvoll?

Ein klares Ja! – Zahn-Zusatzversicherungen sind eine sinnvolle Ergänzung der privaten Vorsorge neben dem Festschuss Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Ob einfache Krone, Gold- oder Keramikfül­lung oder Imlantatlösung – selbst wenn sich die Kosten in Anbetracht der langen Nutzungsdauer relati­vieren, entsteht am Anfang ein beachtlicher finanzieller Aufwand. Mittlerweile gibt es zahlreiche Ange­bote vieler Versicherer.

Studieren Sie die Bedingungen genau:

  • Auf was beziehen sich die prozentualen Erstattungswerte? – Auf die Gesamtkosten oder nur auf den Eigenanteil, der dann nach Abzug der Kassenzuschüsse deutlich niedriger ausfällt.
  • Wie lang ist die Wartezeit?
  • Ist eine Eingangsuntersuchung erforderlich?
  • Welche Ausschlussklauseln gibt es? Wird etwa die Versorgungsart eingeschränkt? Werden Leis­tungsbestandteile ausgegrenzt, wie bestimmte Materialien oder Therapiekonzepte?

Fragen Sie Ihren Versicherungsfachmann, vergleichen Sie und vor allem: Lesen Sie das Kleingedruck­te!

Lesen Sie auch das Zahnjournal. In verschiedenen Ausgaben finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Zahnzusatzversicherung.

Was versteht man unter einer Komfortleistung?

Nach der Gesundheitsreform gibt es in allen Bereichen des Gesundheitswesens Leistungen und Behandlungen, die Sie komplett selbst bezahlen müssen – ohne Zuschüsse durch Ihre Krankenkasse.

Behandlungen wie diese gehören dazu:

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Zahnärztliche Kosmetik
  • Ästhetische Korrekturen
  • Professionelle Prothesenreinigung
  • Sportmundschutz
  • Zahnfehlstellungskorrekturen bei Erwachsenen

Auch hier lohnt es sich, den Abschluss einer Zahn-Zusatzversicherung in Betracht zu ziehen – aller­dings nur, wenn diese für Ihre gewünschte Komfort-Behandlung eine ausreichende Kostenübernahme zusichert.

Krankenkasse

Was ist ein Festzuschuss?

Seit 1. Januar 2005 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für einen bestimmten Befund immer den­selben Festzuschuss – ganz gleich für welchen Zahnersatz (Regelversorgung, gleichartiger oder an­dersartiger Zahnersatz) sich der Patient entscheidet. Dabei behält das Bonusheft weiterhin seinen Zweck: Wer nachweisen kann, dass er regelmäßig beim Zahnarzt war, erhält nach fünf bzw. zehn Jah­ren einen höheren Festzuschuss.

Die Höhe des Festzuschusses deckt 50 Prozent der Durchschnittskosten für die Regelversorgung = Standardtherapie ab. Der Patient hat die Möglichkeit, andere Therapieformen zu wählen. Die Folge: Die Höhe des Festzuschusses bleibt stets dieselbe, die Zuzahlung durch den Patienten unterscheidet sich jedoch bei den einzelnen Varianten erheblich.

Vorteil: Der Patient erhält größere Wahlmöglichkeiten als bisher, denn er bekommt seinen Festzuschuss auch für Therapien, die vormals gar nicht bezuschusst wurden.

Was bedeutet der Begriff Regelversorgung?

Seit 1. Januar 2005 gelten bei der Versorgung mit Zahnersatz befundorientierte Festzuschüsse. Jedem Befund wird dabei eine feste Regelversorgung, also eine im Durchschnitt zum Befund passen­de Standardversorgung inklusive durchschnittlicher Kostenabschätzung zugeordnet.

Vorteile des Systems: Im Vergleich zu früher erhält der Patient mittlerweile immer einen Zuschuss, unabhängig davon, für welche Therapieform er sich entscheidet. Ein Beispiel hierfür ist die Versor­gung mit Implantaten und darauf aufgebauten Suprakonstruktionen, die vormals gar nicht bezuschusst wurden.

Zu bedenken gilt: Der Regelversorgungskatalog ist stark standardisiert. Er berücksichtigt aufgrund der vielfältigen medizinischen Gegebenheiten und zahntechnischen Versorgungsmöglichkeiten in der Praxis nicht für jeden Fall die optimale Versorgung. Im Heil- und Kostenplan findet man entsprechend neben der Zeile Regelversorgung in der Zeile Therapieplanung die tatsächlich angezeigte bzw. geplan­te Versorgung, die nach Absprache mit dem Zahnarzt durchaus von der Regelversorgung abweichen kann.

Was müssen Sie als Patient beim Heil- und Kostenplan beachten?

Im Sozialgesetzbuch (V, § 87 Abs. 1a) wird die Erstellung eines Heil- und Kostenplanes geregelt. Vor der Behandlung untersucht der Zahnarzt Sie und berät über notwendige oder mögliche Therapi­en. Hier sollte er Sie auch über Alternativen der Methoden und der Materialien sowie deren unter­schiedliche Kosten aufklären. Als Ergebnis dieser Beratung stellt der Zahnarzt einen Heil- und Kosten­plan auf. Ihre Behandlung sollte in jedem Fall erst nach der Bewilligung dieses Planes durch Ihre zu­ständige Krankenkasse beginnen.

Bitte achten Sie darauf: Der Heil- und Kostenplan sollte so detailliert wie möglich sein und auch den Kostenvoranschlag des Labors enthalten. Für kompliziertere Arbeiten sollten alle Eventualitäten, wie möglicherweise zu erwartende höhere Abrechnungssätze, enthalten sein. Auch das Honorar der zahn­ärztlichen Leistungen muss verbindlich angegeben werden, sofern nicht im Behandlungsverlauf unvor­hergesehene bzw. unvorhersehbare Schwierigkeiten auftreten.

Alles klar? – Sollte Ihnen der Heil- und Kostenplan unverständlich bleiben, lassen Sie sich ihn erläu­tern. – Schließlich geht es um Ihre Gesundheit und Ihr Geld! Der Zahnarzt ist nicht dazu verpflichtet, versicherungsrechtliche Aussagen zu treffen, insbesondere nicht darüber, wie hoch der Anteil der Be­handlungskosten ist, den Ihre Privatversicherung übernimmt. Allerdings muss er Sie darauf hinweisen, dass die geplante Behandlung von der Krankenkasse möglicherweise als nicht notwendig eingestuft und somit nicht erstattet wird.

Sonstiges

Kann ich mich als Patient in einem zahntechnischen Labor informieren?

Ein klares Ja! – Ihr zahntechnisches Meisterlabor informiert Sie gerne über zahntechnische Systeme und Materialien. Sie können vor Ort die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten kennen lernen und dem Zahntechniker über die Schulter schauen. Lassen Sie sich z. B. erklären, wie die Verankerung der Pro­thesen funktioniert. Sie werden von der Vielfalt der Möglichkeiten überrascht sein: Neben Zähnen ferti­gen die Zahntechniker auch Sportmundschutz, Zahnspangen, Bleichschienen oder Schnarchtherapie­geräte.

Bitte bedenken Sie: Für eine individuelle Beratung ist ausschließlich Ihr Zahnarzt zuständig. Nur er kann Sie medizinisch untersuchen und behandeln. Der Zahntechniker zeigt Ihnen allgemein protheti­sche Lösungen, die Empfehlung für Ihren konkreten Fall gibt der Zahnarzt.

Zu allgemeinen Fragen der Zahntechnik stehen Ihnen die Meisterlabore der Zahntechniker-Innung Köln gern zur Verfügung. Dieser Informationsservice unterscheidet sich je nach Labor. Nutzen sie den Link Meisterlabor finden und vereinbaren Sie einen Termin.